Generative KI im Design
 – Ethisch oder Effizienz-Lüge?

In diesem Interview spreche ich offen über den Spagat zwischen KI-Power und Urheberrechtsrespekt. Als Designer, der täglich mit Tools wie Adobe Firefly arbeitet, teile ich, warum ich auf eigene Modelle setze – und warum viele Kolleg:innen das als „Bremse“ abtun. 
Authentisch, direkt, kontrovers.

Frage 1: Warum machst du so ein Aufheben um ethische KI im Design? Ist das nicht nur Moralkeule in Zeiten, wo Effizienz zählt?
gas:ai: Genau das ist der Knackpunkt – Effizienz vs. Integrität. Viele Designer pumpen Prompts in Midjourney und haben in Minuten ein Keyvisual, das „wow“ wirkt. 
Aber: Das Ding basiert oft auf Millionen fremder Artworks, die ohne Zustimmung eingespeist wurden. Ich nenne das nicht Kreativität, sondern kreatives Plagiat. Ethische KI bedeutet für mich: Nur eigene oder lizenzierte Daten nutzen. Ja, das kostet Zeit – aber es schützt mein Business und die Branche vor Klagen, die gerade anrollen.
Frage 2: Du trainierst eigene KI-Modelle mit deinen Artworks, z. B. bei Adobe Firefly. Klingt nach viel Aufwand – lohnt sich das wirklich?
gas:ai: Absolut, und es ist mein Game-Changer. Statt auf die generische KI-Ästhetik zu surfen, die jeder kennt, füttere ich Firefly und andere ethische KI Werkzeuge mit meinen Bildern, Illustrationen und Stilen. Das Ergebnis? Bildwelten, die meine Handschrift tragen – nicht die eines anonymen Datasets. Aufwand: Ein paar Stunde Setup, dann endlose Variationen ohne Risiko. 
Kontrovers: Viele sagen „zu teuer, zu langsam“. Ich sage: Besser ein starkes, eigenes Tool als Billig-KI, die dich morgen verklagt. Was ich jetzt unterschlagen habe ist, dass das erstellen von Grafiken oder Illustrationen mit Adobe Illustrator immer noch sehr viel Zeit, Können und Geduld in Anspruch nimmt. Ich hatte oft diesen Moment wo ich stolz war auf das Ergebnis, aber zeitgleich ein mulmiges Gefühl im Bauch verspürte. Ich wusste, dass es kommerziell nutzbar war und somit sicher, aber es fühlte sich irgendwie nicht nach meins an.
Beispiel eigenes trainiertes KI Modell Auf Basis von Vektorbasierten Illustrationen erstellt mit Adobe Illustrator

Illustrationen erstellt mit Adobe Illustrator als Vorlage für ein eigenes KI Modell

Beispiele Generierte Illustrationen erstellt mit eigenen KI Modellen trainiert mit Adobe Firefly und exactly.ai
Generierte Illustrationen mit eignen KI Modell (Adobe Firefly)
Generierte Illustrationen mit eignen KI Modell (Adobe Firefly)
Generierte Illustrationen mit eignen KI Modell exactly.ai)
Generierte Illustrationen mit eignen KI Modell exactly.ai)
Generierte Varianten (exactly.ai)
Generierte Varianten (exactly.ai)

Generative KI
ohne Ethik ist wie
Fast Fashion:

Billig, beliebt,
bald im Müll.


Frage 3: Ist generative KI überhaupt mit Urheberrecht vereinbar? Gerichte sagen ja und nein – wo stehst du?
gas:ai: Die Gerichte tanzen gerade den Eiertanz, weil KI-Output oft „kein Urheberrecht“ genießt – zu wenig menschliche Schöpfungshöhe. 
Aber: Wenn dein Prompt auf fremden Daten basiert, baust du auf gestohlenem Sand. Ich setze auf Transparenz: Jede KI-Nutzung dokumentiere ich, und finale Werke sind bis zu 80% mein Input. 
Kontroverser Punkt: Sollen wir KI-Outs als „öffentliches Gut“ behandeln? Nein – das killt die Kreativbranche. Eigene Modelle machen mich zum alleinigen Rechteinhaber. Aus meiner Sicht ist es in erster Linie eine Ethische Frage und keine Rechtliche. 
KI muss als globales Allgemeingut gesehen werden: Regulieren, demokratisieren, aus den Händen der Tech-Bros reißen. Nur dann wird sie unsere Probleme lösen – statt die neuen zu sein.
Frage 4: Kritiker werfen dir vor: Ethische KI macht Design langweilig und limitiert. Wie antwortest du?
gas:ai: Langweilig? Quatsch – sie macht es einzigartig. Freie KI spuckt Trends aus, die alle kopieren: Neon-Glitch, Vaporwave 2.0 etc. Meine eigenen Modelle destillieren meinen Stil, multiplizieren ihn intelligent. 
Limit? Ja, aber ein gutes: Es zwingt zu besserer Prompt-Engineering und menschlicher Kuratierung. Die echten Kritiker wollen schnell sein, nicht richtig. Ich wette: In zwei Jahren sind ethische Workflows Standard … (Vielleicht sollte ein „Traumtänzer“ nicht wetten)
Frage 5: Was ratest du Designern, die jetzt starten? Und wo siehst du die Branche in 2027?
gas:ai: Starte klein: Sammle deine Assets, teste Firefly oder Stable Diffusion oder ähnliche mit Custom-Training. Dokumentiere alles – Prompt, Datenquelle, Iterationen. Und: Sei laut darüber, das baut Vertrauen. 
2027? Die Grauzonen sind weg, EU-KI-Verordnung beißt. ;-) (Sorry, da musste ich schmunzeln). Wer jetzt ethisch baut, gewinnt Marktanteile; die anderen rackern mit Abmahnwellen. 
Mein Tipp: Sieh KI nicht als Ersatz, sondern als Amplifier deiner Handschrift. Sonst bist du nur User – nicht Creator.
Schlussfrage: Eine provokante These zum Abschluss?
gas:ai: „Generative KI ohne Ethik ist wie Fast Fashion: Billig, beliebt, bald im Müll.“ Ethisch gestalten ist der neue Luxus – und ich bin dabei.
Beispiel: Meine MOONIES –
Erstellt als 3D Objekt mit Project Neo und weiter bearbeitet mit generativen Tools von Firefly
Ethisch gestalten ist der neue Luxus –
und ich bin dabei.
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